Für die meisten Betreiber von Aufzügen ist es egal, wie eine Verbindung zur Notrufleitstelle zu Stande kommt, Hauptsache sie kommt zustande und die Hilfe erfolgt prompt.

In den meisten Fällen ist auch nicht erkennbar, ob nun über eine analoge Leitung, über 2G (GSM) oder über 4G (VoLTE/IP) Netz kommuniziert wird.

Was ist nun für Sie als Betreiber die beste Wahl in Hinblick auf zuverlässige Verbindungstechnik, Investitionssicherheit und zukunftssichere Technologie.

Den Betrieb des Notrufes über eine analoge Telefonleitung über z.B. die Telekom können wir gedanklich schon einmal streichen. Diese Technik ist zwar äußerst zuverlässig gegenüber Netzausfällen, wird aber von der Telekom so nicht mehr angeboten.

Zudem überstiegen die Errichtungskosten bis zur Aufzugsanlage sehr schnell die Kosten für ein 2G oder 4G Modul. Die monatlichen Gebühren sind ebenfalls sehr vergleichbar, wenn nicht sogar teurer als bei den Funkvarianten.

Also lassen wir diese Technologie in den wohlverdienten Ruhestand gehen und blicken auf die schon sehr etablierte 2G Technologie und dem neuen Stern am Notrufhimmel, dem 4G

Sie werden sich jetzt fragen, 2G…4G war da nicht was, fehlt da nicht noch was?

Sie haben recht, aber da sich das 3G Netz seit Mitte 2021 ebenfalls mit dem analogen Telefonanschluss den Ruhestand teilt, verlieren wir hier keinen Gedanken mehr daran.

2G oder 4G, das ist die Frage

Der Betrieb eines Notrufsystems über 2G bzw. GSM hat nach wie vor seine Berechtigung. Es ist eine ausgereifte und sichere Methode das Notrufsystem zu betreiben. Die Anschaffungskosten gegenüber Systemen mit 4G ist auch günstiger. Im Unterhalt sind die monatlichen Kosten vergleichbar zueinander.

Wir gehen davon aus, dass man noch gut 5 Jahre mit dem 2G Netz arbeiten kann, bevor wirklich ernsthaft über die Abschaltung nachgedacht wird.

Die 4G Technologie wird von vielen als der heilige Gral, den Hyperloop, den Warpantrieb und das Nonplusultra für den Aufzugsnotruf beworben. Aber braucht man das wirklich?

Nun Sie werden es sich denken… es kommt darauf an.

4G bzw. IP-Geräte bieten eine Vielzahl von Anwendungen, die durchaus bei den Betreibern Anklang finden dürften.

Bei Aufzugsanlagen, die nicht gerade der neuesten Generation abstammen, kann die neue Technologie ein Problemlöser sein. Anregungen oder Beispiele gefällig?

In einem Bürogebäude mit unterschiedlichen Mietern sollen nur bestimmte Stockwerke für berechtigte Personen angefahren werden dürfen.

Über einen in der Kabine installierten Kartenleser, der über das Notrufsystem mit einer Cloud verbunden ist, können die jeweiligen Haltestellen für jede Person freigegeben werden, die sie möchten. Sie müssen nicht jedes Mal aufwendig Schlüssel für Schlüsselschalter ausgeben und haben die Kontrolle, wenn einmal eine Chipkarte abhandenkommt oder es einen Mieterwechsel gibt.

Noch ein Beispiel?

Sie können im Aufzug ein Display installieren, das so zusagen als schwarzes Brett fungiert. Durch die Bereitstellung eines Internetanschlusses in der Kabine über das Notrufsystem können Sie zentral und digital Ankündigungen über z.B. Reparaturen im Haus an die Bewohner schnell und ohne Personalaufwand vor Ort vornehmen.

Ein Beispiel habe ich noch…

Durch die Installation einer IP-Kamera lässt sich in Verbindung mit dem Display und dem Notrufsystem, nicht nur eine 2-Wege sondern eine 2-Sinne Kommunikation aufbauen. So kann die Leitstelle einerseits im Ernstfall in die Kabine blicken. Wiederum haben die Personen mit einem körperlichen Handicap die Sicherheit, dass der Notruf angenommen wurde und sie miteinander sicher kommunizieren können.

Hier ist allerding noch der Datenschutz eine Hürde, die es zu berücksichtigen gilt. In Infrastrukturkritischen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Behinderteneinrichtungen aber durchaus eine sinnvolle Ergänzung.

Nun steckt man etwas in der Zwickmühle. Notrufsysteme haben durchaus eine Lebensdauer von über 10 Jahren. Soll man sich nun für eine Technologie entscheiden, die nur den Anspruch erfüllt, im Notfall eine Verbindung zur Leitstelle sicherzustellen. Bei 2G besteht aber die Gefahr, dass in 5 Jahren nach und nach die Netze abgeschaltet werden können und man dann wieder Geld in die Hand nehmen muss, um umzurüsten.

Bei 4G bzw. VoIP hat man alle Möglichkeiten, um in Zukunft seinen Aufzug smart zu machen, ohne eine neue Steuerung einbauen zu müssen und hat gleichzeitig eine hohe Investitionssicherheit, da 4G auf weite Sicht hinaus verfügbar sein wird. Ob die höheren Anschaffungskosten aber diese Vorteile schmälern, muss jeder Betreiber für sich selbst bestimmen.

Sollten Sie noch unschlüssig sein, welche Variante für Sie und Ihre Situation am besten ist, stehen wir Ihnen sehr gerne beratend zu Seite. Alle Systeme, die wir vertreiben, können vom Aufzugshersteller unabhängig eingebaut und betrieben werden.

Verfasser: Martin Reichl, Geschäftsführer UNS GmbH